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KI-Vergleich 2026: ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot?

Abstraktes Motiv: KI-Vergleich 2026: ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot?

ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot? Ben vergleicht die KI-Assistenten nach Alltagsaufgaben statt Benchmarks: Was die Gratisversionen taugen, wo deine Daten landen und welche KI zu welchem Nutzertyp passt.

Der KI-Vergleich 2026 fällt kürzer aus, als die Werbung vermuten lässt: ChatGPT ist der Allrounder, Claude schreibt am sorgfältigsten, Gemini passt zu allen, die in Google-Diensten arbeiten, und Copilot gehört zu Word, Outlook und Teams. Alle vier kannst du kostenlos ausprobieren. Welcher Assistent zu dir passt, hängt von deinen Aufgaben ab, nicht von Benchmarks.

In meinen Kursen ist das die häufigste Frage überhaupt: „Welche KI soll ich nehmen?“ Die ehrliche Antwort: Die Unterschiede im Alltag sind kleiner, als die Hersteller behaupten, aber sie sind da. Wer zweimal pro Woche eine E-Mail glättet, braucht etwas anderes als jemand, der 80-seitige PDFs auswertet. Wenn du erst einmal verstehen willst, was hinter diesen Programmen steckt, lies zuerst KI einfach erklärt. Hier geht es um die Praxis.

Die Kurzantwort für Eilige

Diese Tabelle zeigt, welchen Assistenten ich für welche Aufgabe empfehle. Sie beruht auf meiner Recherche mit Stand November 2026 und auf dem, was ich in Kursen und bei der eigenen Arbeit beobachte. Begründungen folgen weiter unten.

Aufgabe Meine Empfehlung
E-Mails, kurze Texte, Ideen sammeln ChatGPT, alternativ jeder andere Assistent
Lange Dokumente lesen, sorgfältig formulieren Claude
Recherche mit nachprüfbaren Quellen Perplexity, alternativ Gemini mit Deep Research
Arbeiten in Word, Outlook, Excel, Teams Copilot
Arbeiten in Gmail, Google Docs, Drive Gemini
Europäischer Anbieter gewünscht Mistral Vibe (früher Le Chat)
Erster Kontakt mit KI überhaupt ChatGPT, weil die meisten Anleitungen dafür geschrieben sind

Verglichen habe ich mit sechs Alltagsaufgaben statt mit Benchmark-Tabellen: eine E-Mail entschärfen, einen langen Text zusammenfassen, mit Quellen recherchieren, eine Datei auswerten, natürlich klingendes Deutsch schreiben und sorgsam mit Daten umgehen. Benchmarks messen, wie gut ein Modell Prüfungsfragen löst. Dich interessiert, ob die Antwort brauchbar ist.

Die vier Großen im direkten Vergleich

Die folgende Tabelle enthält nur Punkte, die ich mit Stand November 2026 auf den Seiten der Hersteller oder in verlässlichen Berichten nachgeprüft habe. Preise lasse ich bewusst weg, sie ändern sich zu oft. Modellnamen ebenfalls, denn die Hersteller wechseln ihre Modellreihen inzwischen im Quartalstakt.

ChatGPT (OpenAI) Claude (Anthropic) Gemini (Google) Copilot (Microsoft)
Kostenlos nutzbar Ja. Textchats ohne feste Tagesgrenze, Datei-Uploads auf drei pro Tag begrenzt, Bilder und Deep Research knapp bemessen. Laut Berichten inzwischen mit Werbung Ja. Zwei der drei Modellstufen (Sonnet und Haiku), Websuche, Dateien, fünf Projekte, Gedächtnis. Kontingent pro Fünf-Stunden-Fenster und pro Woche; das Spitzenmodell Opus nur im Abo Ja. Seit Oktober 2026 nur noch das kleinste Modell (Flash-Lite), dafür mit Bildern, Deep Research, Canvas und Sprachmodus. Modellwahl gibt es ohne Abo nicht mehr Ja, die Copilot-App mit privatem Microsoft-Konto. Copilot in Word, Excel und Outlook steckt erst in Microsoft 365 Single oder Family; im Unternehmen braucht es eine Microsoft 365 Copilot-Lizenz
Stärken Größter Funktionsumfang, die meisten Anleitungen und Vorlagen, Sprachmodus, flexibel bei fast jeder Aufgabe Sorgfältiges, natürliches Deutsch, sehr lange Dokumente in einem Durchgang, hält sich an Vorgaben, erzeugt Dokumente und Tabellen direkt im Chat Verzahnung mit Gmail, Docs, Drive und YouTube, gute Recherche-Funktion, viele Gratis-Funktionen jenseits des Modells Arbeitet dort, wo deine Dokumente liegen, fasst Teams-Besprechungen zusammen, im Unternehmen klare Datenschutzzusagen
Schwächen Gratisversion zunehmend beschnitten, Datenschutz-Einstellungen musst du selbst setzen, neigt zu Geschwätzigkeit Gratis-Kontingent schnell aufgebraucht, keine Bilderstellung, weniger Zusatzfunktionen Gratis-Modell seit Oktober 2026 spürbar schwächer, Google-Konto Pflicht, Antworten bei komplexen Texten oberflächlicher Ohne Microsoft-365-Abo nur ein Chatbot unter vielen, Lizenzmodell verwirrend, Qualität hängt stark von deinen eigenen Dateien ab
Für wen Einsteiger, Alltagsnutzer, alle, die ein Werkzeug für alles wollen Vielschreiber, Lehrende, Berater, alle, die Texte ernst nehmen Nutzer von Google Workspace und Android, Recherche mit Deep Research Büroarbeit in Microsoft-Umgebungen, Unternehmen mit IT-Vorgaben
Datenschutz-Hinweis Private Konten trainieren standardmäßig mit. Abschalten unter Einstellungen, Datenkontrollen. Temporäre Chats werden nicht zum Training genutzt Anthropic fragt private Nutzer nach ihrer Entscheidung. Schalter „Modellverbesserung“ in den Datenschutz-Einstellungen; Inkognito-Chats werden nicht genutzt Bei gespeicherter Aktivität nutzt Google Chats zur Verbesserung, ein Teil wird von Menschen gelesen. Abschalten in der Gemini-Apps-Aktivität; temporäre Chats ausgenommen Microsoft 365 Copilot im Unternehmen: kein Training mit deinen Eingaben, Daten bleiben laut Microsoft in der EU-Datengrenze. Private Copilot-App: Datenschutz-Einstellungen prüfen

Die vier Großen im Einzelnen

ChatGPT ist der Allrounder

ChatGPT ist für die meisten Menschen der erste Kontakt mit KI, und das aus gutem Grund. Du kannst damit schreiben, zusammenfassen, übersetzen, Bilder erzeugen, sprechen und Dateien auswerten. Die Gratisversion reicht, um Textaufgaben kennenzulernen. Datei-Uploads sind mit drei pro Tag knapp bemessen (Stand November 2026, laut OpenAI-Hilfe), und mehreren Berichten zufolge blendet OpenAI in der Gratisversion inzwischen auch in Europa Werbung ein.

Was mir in Kursen auffällt: ChatGPT ist geschwätzig. Es liefert gern drei Absätze, wo einer reicht, und mag Floskeln. Mit einem klaren Prompt bekommst du das in den Griff. Wie du anfängst, zeigt die ChatGPT-Anleitung für Anfänger.

Claude schreibt sorgfältig und hält lange Texte aus

Claude von Anthropic ist der Assistent, den ich Menschen empfehle, die viel schreiben. Die Antworten klingen weniger nach Maschine, der Assistent hält sich an Längenvorgaben und Stil und verarbeitet sehr lange Dokumente in einem Durchgang. Die Gratisversion enthält laut Anthropic die Modellstufen Sonnet und Haiku, Websuche, fünf Projekte und ein Gedächtnis über Gespräche hinweg. Das Spitzenmodell Opus gibt es nur im Abo.

Der Haken: Das Gratis-Kontingent ist knapp. Es erneuert sich alle fünf Stunden, zusätzlich gilt eine Wochengrenze. Wer Claude ernsthaft nutzt, landet beim Abo. Bilder erzeugt Claude nicht, dafür baut es Tabellen, Dokumente und kleine Programme direkt im Chat.

Gemini lohnt sich, wenn du in Google-Diensten lebst

Gemini steckt in Gmail, Google Docs, Drive, Android und der Google-Suche. Wenn das deine Arbeitsumgebung ist, bekommst du Zusammenfassungen und Entwürfe direkt dort, wo deine Daten liegen. Die Gratisversion bietet laut Google das kleine Flash-Lite-Modell, dazu Bilderstellung, Deep Research, den Sprachmodus Gemini Live und die Arbeitsfläche Canvas.

Seit dem 9. Oktober 2026 hat Google die Gratisversion deutlich beschnitten: Die stärkeren Modelle Flash und Pro gibt es nur noch in den Abos Google AI Plus und Google AI Pro, und ohne Abo kannst du das Modell nicht mehr selbst wählen. Für anspruchsvolle Texte ist die Gratisversion damit die schwächste im Vergleich. Für Recherche mit Deep Research und für alles rund um Google-Dokumente bleibt Gemini trotzdem eine gute Wahl.

Copilot ist für Word, Outlook und Teams gemacht

Copilot ist eigentlich zwei Produkte. Die kostenlose Copilot-App ist ein Chatbot mit Websuche und Bilderstellung, nutzbar mit einem privaten Microsoft-Konto. Interessant wird Copilot erst in den Office-Programmen. Im Abo Microsoft 365 Single oder Family arbeitet er in Word, Excel, PowerPoint und Outlook, im Unternehmen braucht es dafür eine eigene Microsoft 365 Copilot-Lizenz. Dann fasst er Besprechungen in Teams zusammen, sortiert dein Postfach und schreibt Entwürfe aus deinen eigenen Dokumenten.

Der Vorteil im Unternehmen ist der Datenschutz. Microsoft sichert in seiner Dokumentation zu, dass Eingaben und Antworten nicht zum Training der Modelle genutzt werden und für EU-Kunden innerhalb der EU-Datengrenze bleiben. Der Nachteil: Ohne Abo ist Copilot ein Chatbot unter vielen, und das Lizenzmodell versteht kaum jemand auf Anhieb. Was Copilot im Büro konkret bringt, zeige ich in KI im Berufsalltag.

Perplexity und Mistral Vibe als Ergänzung

Zwei Namen fehlen noch, weil sie andere Lücken füllen. Perplexity ist kein Schreibassistent, sondern eine Antwortmaschine: Du stellst eine Frage, bekommst eine Antwort mit nummerierten Quellen und kannst jede Aussage nachprüfen. Das macht Perplexity zum besten Einstieg für Recherche. Die Gratisversion liefert Quellen zu jeder Antwort, begrenzt aber die Zahl der aufwendigen Pro-Suchen pro Tag. Für Kurzfragen reicht das.

Mistral Vibe heißt seit Mai 2026 der Assistent des französischen Anbieters Mistral, der vorher Le Chat hieß. Die Adresse chat.mistral.ai blieb. Die Gratisversion läuft im Browser und als App, mit Websuche, Bilderstellung und Dokumentanalyse, aber mit begrenzter Nachrichtenzahl. Vibe ist für alle interessant, die einen europäischen Anbieter wollen, der direkt der DSGVO unterliegt. Weitere Gratis-Werkzeuge findest du in Kostenlose KI-Tools ohne Abo.

Was die Gratisversionen wirklich taugen

Alle sechs Assistenten kannst du ohne Kreditkarte nutzen. Der Trend 2026 ist aber eindeutig: Die Gratisversionen werden enger. Google hat im Oktober die stärkeren Modelle aus dem Gratis-Angebot genommen, OpenAI zeigt Werbung, Anthropic begrenzt pro Zeitfenster.

Meine Faustregel aus den Kursen: Wer weniger als eine Stunde pro Woche mit KI arbeitet, braucht kein Abo. Wer täglich damit arbeitet, stößt nach wenigen Tagen an die Grenzen und sollte ein Abo bei dem Anbieter abschließen, dessen Antworten ihm am besten gefallen. Zwei Abos gleichzeitig lohnen sich fast nie.

Wo deine Eingaben landen

Der wichtigste Unterschied steht in keiner Werbung: Was passiert mit dem, was du eintippst? Bei allen privaten Konten gilt: Deine Chats liegen auf Servern des Anbieters, meist in den USA. Ob sie zum Training der nächsten Modellgeneration genutzt werden, entscheidet eine Einstellung, die du selbst finden musst.

Die Tabelle oben nennt für jeden Anbieter den passenden Schalter. Die Kurzfassung: Bei ChatGPT und Gemini ist das Training mit deinen Chats standardmäßig aktiv, bei Claude entscheidest du bei der Einrichtung, bei Copilot im Unternehmen ist es ausgeschlossen. Bei Perplexity und Vibe gehst du vor dem ersten Chat die Einstellungen durch und liest, was der Anbieter zur Datennutzung schreibt.

Unabhängig von der Einstellung gilt: Namen von Kunden, Gesundheitsdaten, Gehälter, Passwörter und interne Dokumente haben in einem privaten KI-Konto nichts verloren. Ein Opt-out wirkt nur für künftige Chats und schützt nicht vor einer Datenpanne. Was genau tabu ist, steht in Was du nie in ChatGPT eingeben solltest.

Meine Empfehlung je Nutzertyp

Einsteiger

Fang mit ChatGPT an. Nicht, weil es das beste Modell hat, sondern weil fast jede Anleitung, jeder Kurs und jedes Buch darauf aufbaut. Nach vier Wochen probierst du Claude mit derselben Aufgabe und merkst, ob dir der Stil besser gefällt.

Büro und Verwaltung

Wenn dein Arbeitgeber Microsoft 365 nutzt, frag nach Copilot. Er arbeitet in den Programmen, die du ohnehin offen hast, und die Datenschutzfragen sind vertraglich geregelt. Gibt es keinen Copilot, nutze einen Assistenten nur für Texte ohne personenbezogene Daten und kläre mit deiner Führungskraft, was erlaubt ist.

Lehrende und Trainer

Für Unterrichtsentwürfe, Arbeitsblätter und Feedback-Texte empfehle ich Claude. Es hält sich an Vorgaben wie Niveau, Länge und Format und schreibt ein Deutsch, das du nicht komplett umbauen musst. Für die Suche nach Material nimmst du Perplexity dazu. Wie das konkret aussieht, steht im Leitfaden KI in der Unterrichtsvorbereitung.

Datenschutz-sensibel

Wer berufsrechtlich gebunden ist, etwa in Praxis, Kanzlei oder Steuerbüro, hat drei Wege: Copilot über eine Unternehmenslizenz, Mistral Vibe als europäischer Anbieter oder ein beliebiger Assistent mit anonymisierten Eingaben. Eine Gratisversion mit Standardeinstellungen ist für diese Gruppe der falsche Ort.

Häufige Fragen


Welche KI ist die beste kostenlos?

Für Texte und Alltagsfragen ChatGPT, weil die Gratisversion keine feste Nachrichtengrenze hat. Für sorgfältige Texte Claude, allerdings mit knappem Kontingent. Für Recherche Perplexity. Gemini hat seit Oktober 2026 ohne Abo nur noch das kleinste Modell und fällt deshalb im Gratis-Vergleich zurück.


Was ist besser, ChatGPT oder Gemini?

Für Texte und Funktionsumfang ChatGPT. Für alles, was mit Gmail, Google Docs oder YouTube zu tun hat, Gemini. Beide schreiben gutes Deutsch. In der Gratisversion liegt ChatGPT seit der Beschneidung von Gemini im Oktober 2026 vorn.


Ist Claude besser als ChatGPT?

Beim Schreiben und bei langen Dokumenten halte ich Claude für besser. ChatGPT hat dafür mehr Funktionen, etwa Bilderstellung und Sprachmodus, und eine großzügigere Gratisversion. Besser ist das Werkzeug, das zu deiner häufigsten Aufgabe passt.


Welche KI ist die beste für den Alltag?

Für die meisten Menschen ChatGPT. Wer sein Leben in Gmail und Google-Kalender organisiert, fährt mit Gemini besser, wer Windows und Office nutzt, mit Copilot. Im Alltag zählt, dass der Assistent da ist, wo du ohnehin arbeitest.


Brauche ich mehr als eine KI?

Für den Anfang nein. Später lohnt sich oft ein Duo: ein Schreibassistent wie ChatGPT oder Claude und Perplexity für Recherche mit Quellen. Zwei Abos gleichzeitig brauchen die wenigsten.


Welche KI-App ist die beste?

Alle sechs Anbieter haben Apps für iPhone und Android, die im Kern dasselbe können wie die Browser-Version. ChatGPT und Gemini bieten einen Sprachmodus, mit dem du dich unterhalten kannst.


Was bleibt

Der Unterschied zwischen den großen Assistenten ist 2026 kleiner als der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Prompt. Nimm ChatGPT für den Einstieg, Claude fürs Schreiben, Copilot im Microsoft-Büro, Gemini in der Google-Welt, Perplexity für Quellen und Mistral Vibe, wenn der Anbieter in Europa sitzen soll. Richte in jedem Fall zuerst die Datenschutz-Einstellungen ein.

Der nächste Schritt: Lerne, wie du Aufgaben so formulierst, dass jeder dieser Assistenten brauchbar antwortet. Das zeige ich in der Anleitung zum Prompts schreiben. Diesen Vergleich aktualisiere ich vierteljährlich, zuletzt im November 2026.

Benjamin Modrzejewski

Ben Modrzejewski

IT-Dozent für IT-Sicherheit und Datenschutz, zertifizierter Datenschutzbeauftragter

Ben ist IT-Dozent mit Schwerpunkt IT-Sicherheit und Datenschutz. Auf Klartext KI erklärt er künstliche Intelligenz für Menschen ohne Technik-Hintergrund: ehrlich, praxisnah und ohne Hype.

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