KI-Begriffe einfach erklärt: Dieses Glossar übersetzt 34 Wörter, die dir in Nachrichten, Meetings und Produktbeschreibungen begegnen, in verständliches Deutsch. Jeder Begriff bekommt zwei bis vier Sätze und ein Beispiel aus dem Alltag. Die Einträge stehen alphabetisch, von AGI bis Wasserzeichen. Wo ein eigener Artikel tiefer geht, ist er verlinkt.
In meinen Kursen scheitert das Verständnis selten an der Technik, sondern am Vokabular. Wer weiß, was ein Token ist und warum ein Sprachmodell halluziniert, liest Produktnews und Datenschutzhinweise mit anderen Augen. Genau dafür ist diese Seite da.
Wie du dieses Glossar nutzt
Die Begriffe sind alphabetisch sortiert und in fünf Blöcke aufgeteilt. Am schnellsten findest du einen Eintrag mit der Suchfunktion deines Browsers. Wenn du erst einmal das Gesamtbild brauchst, lies zuerst den Grundlagenartikel KI einfach erklärt und komm dann hierher zurück.
A bis C
AGI (Artificial General Intelligence)
AGI bezeichnet eine hypothetische KI, die jede geistige Aufgabe mindestens so gut löst wie ein Mensch, über alle Fachgebiete hinweg. Sie existiert nicht, und es gibt keine Definition, auf die sich die Fachwelt einigt. Wenn ein Hersteller den Begriff benutzt, lohnt sich die Frage, welche konkrete Aufgabe das System heute mehr kann als gestern.
Algorithmus
Ein Algorithmus ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der ein Computer eine Aufgabe löst, vergleichbar mit einem Kochrezept. Klassische Software besteht aus festen Algorithmen, die Menschen geschrieben haben. In der KI übernimmt ein Lernalgorithmus das Feintuning: Er passt Millionen interner Werte so an, dass das System Beispiele richtig einordnet.
Bias
Bias heißt Verzerrung und meint, dass ein KI-System bestimmte Gruppen systematisch bevorzugt oder benachteiligt. Die Ursache liegt fast immer in den Trainingsdaten: Enthalten sie alte Vorurteile, lernt die KI sie mit. Ein Bewerbungsfilter, der aus früheren Einstellungen gelernt hat, kann so Frauen schlechter bewerten, ohne dass jemand das programmiert hätte.
Bildgenerator
Ein Bildgenerator erzeugt aus einer Textbeschreibung ein neues Bild. Bekannte Werkzeuge sind Midjourney, die Bildfunktionen in ChatGPT und Gemini sowie Adobe Firefly. Die Ergebnisse sind oft beeindruckend, aber Hände, Schrift und Logos bleiben Schwachstellen. Welche Generatoren du kostenlos ausprobieren kannst, zeigt die Übersicht kostenlose KI-Tools ohne Abo.
Chatbot
Ein Chatbot ist ein Programm, mit dem du per Text oder Sprache ein Gespräch führst. Die alten Hotline-Bots arbeiteten mit festen Antwortbäumen und verstanden nur, was vorgesehen war. Moderne Chatbots wie ChatGPT setzen auf ein Sprachmodell und reagieren auf fast jede Formulierung. Den Einstieg erleichtert die ChatGPT-Anleitung für Anfänger.
ChatGPT
ChatGPT ist der Chatbot der US-Firma OpenAI und seit seinem Start im November 2022 das bekannteste KI-Werkzeug überhaupt. Es gibt eine kostenlose Version und Bezahltarife mit mehr Funktionen und höheren Limits (Stand November 2026). ChatGPT ist ein Produkt, KI ist der Oberbegriff: Wer „die KI“ sagt und ChatGPT meint, verwechselt Marke und Technik.
Claude
Claude ist der KI-Assistent der US-Firma Anthropic, die 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet wurde. Claude gilt als stark bei langen Texten, beim Zusammenfassen und beim Programmieren und bietet eine kostenlose Version (Stand November 2026). Wie er sich gegen die Konkurrenz schlägt, steht im Vergleich der KI-Assistenten.
Copilot
Copilot ist der Sammelname für die KI-Assistenten von Microsoft. Die kostenlose Variante steckt in Windows, im Browser Edge und in der Bing-Suche. Die kostenpflichtige Version Microsoft 365 Copilot arbeitet direkt in Word, Excel, Outlook und Teams. Für Firmen mit Microsoft-Umgebung ist das oft der einfachste Einstieg, weil Daten im bestehenden Firmenkonto bleiben.
D bis G
Deepfake
Ein Deepfake ist ein mit KI erzeugtes oder verändertes Bild, Video oder Tonstück, das eine echte Person zeigt oder nachahmt. Die Technik wird für Betrug, Rufschädigung und politische Manipulation missbraucht, etwa mit gefälschten Videoanrufen vom angeblichen Chef. Hinweise auf Fälschungen und Prüfwerkzeuge findest du im Artikel KI-Texte und KI-Inhalte erkennen.
Deep Learning
Deep Learning ist maschinelles Lernen mit neuronalen Netzen, die viele Schichten hintereinander haben. Jede Schicht erkennt etwas Abstrakteres: erst Kanten, dann Formen, dann ganze Objekte. Diese Technik hat ab etwa 2012 den Durchbruch bei Bild- und Spracherkennung gebracht und ist die Grundlage aller heutigen Sprachmodelle.
Deep Research
Deep Research ist ein Modus in ChatGPT, Gemini, Claude und Perplexity, in dem der Assistent mehrere Minuten lang Dutzende Webseiten liest und daraus einen Bericht mit Quellen erstellt. Das Ergebnis ersetzt keine Fachrecherche, spart aber den groben Überblick. In den kostenlosen Versionen ist die Zahl der Durchläufe begrenzt (Stand November 2026).
DSGVO
Die Datenschutz-Grundverordnung regelt in der EU, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen. Sie gilt auch, wenn du Kundendaten, Schülernamen oder Gesundheitsinformationen in einen Chatbot eingibst. Dann brauchst du eine Rechtsgrundlage und meist einen Vertrag mit dem Anbieter. Was du grundsätzlich nicht eingeben solltest, steht im Artikel Was du nie in ChatGPT eingeben solltest.
EU AI Act (KI-Verordnung)
Der EU AI Act ist das erste umfassende KI-Gesetz der Welt und ordnet KI-Systeme nach Risiko ein. Er trat 2024 in Kraft und gilt stufenweise: Verbote bestimmter Anwendungen seit 2025, Transparenzpflichten seit August 2026. Die Vorgaben für Hochrisiko-Systeme wurden 2026 per Änderungsgesetz auf 2027 und 2028 verschoben. Für dich als Nutzer ist vor allem die Kennzeichnungspflicht relevant.
Gemini
Gemini ist der KI-Assistent von Google. Er steckt in der Google-Suche, in Android-Smartphones und in Gmail, Docs und Co. Die Grundversion ist kostenlos, der Bezahltarif bringt stärkere Modelle und mehr Speicher (Stand November 2026). Praktisch ist die enge Verbindung zu Google-Diensten, heikel ist genau dieselbe Verbindung aus Datenschutzsicht.
Generative KI
Generative KI erzeugt neue Inhalte: Texte, Bilder, Musik, Stimmen, Videos oder Programmcode. Sie unterscheidet sich von KI, die nur erkennt oder sortiert, wie ein Spamfilter oder eine Gesichtserkennung. ChatGPT, Midjourney und Voice-Cloning-Dienste gehören dazu. Wie generative KI aus Wahrscheinlichkeiten Texte baut, erklärt der Artikel KI einfach erklärt.
H bis L
Halluzination
Eine Halluzination ist eine erfundene Antwort, die das Sprachmodell wie eine Tatsache präsentiert: falsche Zahlen, nicht existierende Studien, erfundene Urteile. Sie entsteht, weil das Modell plausible Wortfolgen berechnet und nicht nachschlägt. Warum das passiert und wie du es vermeidest, steht im Artikel KI-Halluzinationen und warum KI Fehler macht.
Kennzeichnungspflicht
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des EU AI Act. Wer mit einem Chatbot spricht, muss das erkennen können. Deepfakes müssen als künstlich erzeugt gekennzeichnet werden, ebenso KI-Texte, die die Öffentlichkeit über Themen von allgemeinem Interesse informieren, sofern kein Mensch sie redaktionell verantwortet. Für Schulaufsätze oder interne E-Mails gilt die Pflicht nicht.
KI-Agent
Ein KI-Agent ist ein Sprachmodell, das selbstständig mehrere Schritte ausführt und dafür Werkzeuge nutzt: Browser, Kalender, E-Mail, Tabellen. Du gibst ein Ziel vor, etwa „Finde drei Hotels und trag die Preise in eine Tabelle ein“, und der Agent arbeitet die Teilaufgaben ab. „Agentic AI“ ist das Marketingwort dafür. Der Nutzen ist real, das Risiko auch: Ein Agent, der Fehler macht, macht sie in deinem Namen.
Kontextfenster
Das Kontextfenster ist die Textmenge, die ein Sprachmodell gleichzeitig im Blick behält, gemessen in Token. Es umfasst deine Eingaben, hochgeladene Dateien und die bisherigen Antworten. Große Kontextfenster fassen heute ganze Bücher, aber was aus dem Fenster fällt, ist für das Modell vergessen. Darum verliert ein langer Chat irgendwann den Faden.
Le Chat
Le Chat ist der KI-Assistent des französischen Unternehmens Mistral AI und damit die bekannteste europäische Alternative zu ChatGPT. Die kostenlose Version bietet Websuche, Datei-Upload und Bildgenerierung (Stand November 2026). Für viele Nutzer zählt vor allem, dass die Firma dem europäischen Recht unterliegt.
LLM (Large Language Model)
Ein LLM, auf Deutsch großes Sprachmodell, ist ein neuronales Netz, das mit enormen Textmengen trainiert wurde und daraus gelernt hat, das jeweils wahrscheinlichste nächste Wort vorherzusagen. Aus dieser einen Fähigkeit entstehen Briefe, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Code. ChatGPT, Claude und Gemini sind Produkte, die auf LLMs aufbauen.
M bis P
Maschinelles Lernen
Maschinelles Lernen ist der Teil der KI, bei dem ein Programm Muster aus Beispielen lernt, statt Regeln vorgeschrieben zu bekommen. Du zeigst dem System tausend Fotos mit dem Hinweis „Katze“ oder „keine Katze“, und es findet die Merkmale selbst. Fast jede KI, die dir heute begegnet, arbeitet so, vom Spamfilter bis zum Sprachmodell.
Multimodal
Multimodal heißt, dass ein Modell mehrere Eingabe- und Ausgabeformen beherrscht: Text, Bild, Ton und Video. Du fotografierst den Inhalt deines Kühlschranks und bekommst einen Rezeptvorschlag, oder du lässt dir ein Diagramm aus einem PDF erklären. Die großen Assistenten sind inzwischen alle multimodal, mit unterschiedlicher Qualität je Format.
Neuronales Netz
Ein neuronales Netz ist das Rechenmodell hinter moderner KI, grob dem Aufbau des Gehirns nachempfunden. Es besteht aus Millionen verbundener Rechenknoten, deren Verbindungen beim Training verstärkt oder abgeschwächt werden. Am Ende ist es Mathematik, vor allem Multiplikationen und Additionen, weshalb KI-Firmen so viele Grafikkarten kaufen.
Parameter
Parameter sind die internen Stellschrauben eines Modells, die beim Training eingestellt werden. Große Sprachmodelle haben Hunderte Milliarden davon. Mehr Parameter bedeuten meist mehr Können, aber auch mehr Rechenaufwand und höhere Kosten. Kleinere Modelle laufen dafür auf dem Laptop oder Smartphone.
Perplexity
Perplexity ist eine KI-Antwortmaschine, die für jede Frage live im Netz sucht und jede Aussage mit anklickbaren Quellen belegt. Das macht sie zum besten Startpunkt für Recherche, weil du Behauptungen sofort prüfen kannst. Die Grundversion ist kostenlos, Pro-Suchen sind dort begrenzt (Stand November 2026).
Prompt
Ein Prompt ist die Eingabe, mit der du einem KI-Modell sagst, was es tun soll: eine Frage, eine Anweisung, ein Text zum Umschreiben. Prompt Engineering nennt man die Kunst, diese Eingaben so zu formulieren, dass brauchbare Antworten kommen. Die wichtigsten Regeln: Rolle, Aufgabe, Kontext und gewünschtes Format nennen. Schritt für Schritt zeigt das die Anleitung zum Schreiben guter Prompts.
R bis W
RAG (Retrieval-Augmented Generation)
RAG ist ein Verfahren, bei dem das Sprachmodell vor der Antwort in einer Dokumentensammlung nachschlägt und nur auf dieser Basis formuliert. Wenn du eine PDF hochlädst und Fragen dazu stellst, nutzt du im Kern genau das. Firmen bauen damit Chatbots über ihr eigenes Handbuch. RAG senkt die Zahl der Halluzinationen deutlich, beseitigt sie aber nicht.
Reasoning-Modell
Ein Reasoning-Modell nimmt sich vor der Antwort Zeit zum „Nachdenken“: Es zerlegt die Aufgabe in Zwischenschritte und prüft sie, bevor es antwortet. Das hilft bei Mathematik, Logik und Planung, dauert aber länger und kostet mehr. Für eine schnelle E-Mail brauchst du es nicht, für eine knifflige Excel-Formel schon eher.
Token
Token sind die Textbausteine, in die ein Sprachmodell Sprache zerlegt: ganze Wörter, Wortteile oder Satzzeichen. Im Deutschen entspricht ein Wort oft zwei Token, weil zusammengesetzte Wörter geteilt werden. Preise, Kontextfenster und Nutzungslimits der Anbieter werden in Token gerechnet, daher begegnet dir der Begriff in jeder Preisliste.
Trainingsdaten
Trainingsdaten sind die Beispiele, aus denen ein Modell lernt: bei Sprachmodellen Milliarden Webseiten, Bücher, Foren und Code. Ihre Qualität bestimmt, was das Modell kann und welche Vorurteile es übernimmt. Was nicht in den Daten steht, kann das Modell nicht wissen, und was nach dem Trainingsstichtag passiert ist, kennt es ohne Websuche nicht.
Trainings-Opt-out
Viele Anbieter nutzen deine Chats zum Training neuer Modelle, sofern du nicht widersprichst. Diesen Widerspruch nennt man Opt-out. Den Schalter findest du in den Datenschutz- oder Privatsphäre-Einstellungen deines Kontos, bei Firmentarifen ist das Training mit Kundendaten meist von vornherein ausgeschlossen. Schau vor dem ersten vertraulichen Chat nach, nicht danach.
Voice Cloning
Voice Cloning erzeugt aus wenigen Sekunden Tonmaterial eine künstliche Kopie einer Stimme, die beliebige Sätze spricht. Legal nutzen das Hörbuchproduzenten und Menschen, die ihre Stimme durch Krankheit verlieren. Kriminelle nutzen es für Anrufe, in denen angeblich das Kind oder der Chef dringend Geld braucht. Ein vereinbartes Codewort in der Familie hilft gegen solche Anrufe.
Wasserzeichen
Ein KI-Wasserzeichen ist eine sichtbare oder unsichtbare Markierung, die ein Bild, Video oder Audio als künstlich erzeugt ausweist. Unsichtbare Verfahren schreiben die Information in die Datei, etwa über den Standard C2PA oder Googles SynthID. Der EU AI Act macht eine maschinenlesbare Kennzeichnung für Anbieter zur Pflicht. Für reinen Text funktionieren Wasserzeichen bisher nicht zuverlässig, deshalb erkennen auch KI-Detektoren Texte nur unsicher.
Häufige Fragen
Was ist ein LLM einfach erklärt?
Ein LLM ist ein großes Sprachmodell: ein Programm, das mit riesigen Textmengen trainiert wurde und daraus gelernt hat, das wahrscheinlichste nächste Wort vorherzusagen. Aus dieser Fähigkeit entstehen Antworten, Zusammenfassungen und Übersetzungen. ChatGPT, Claude und Gemini bauen darauf auf.
Was ist generative KI?
Generative KI erzeugt neue Inhalte wie Texte, Bilder, Stimmen oder Videos, statt vorhandene nur zu sortieren oder zu erkennen. Ein Spamfilter ist keine generative KI, ein Bildgenerator oder Chatbot schon.
Was ist ein KI-Agent?
Ein KI-Agent ist ein Sprachmodell, das mehrere Arbeitsschritte selbstständig ausführt und dafür Werkzeuge wie Browser, Kalender oder E-Mail bedient. Du gibst das Ziel vor, der Agent plant und erledigt die Einzelschritte. Weil er in deinem Namen handelt, solltest du Ergebnisse immer prüfen.
Was bedeutet Token bei KI?
Token sind die Textstücke, in die ein Modell Sprache zerlegt, meist Wörter oder Wortteile. Im Deutschen entspricht ein Wort oft zwei Token. Anbieter rechnen Preise, Limits und die Größe des Kontextfensters in Token ab.
Was ist der Unterschied zwischen KI und Machine Learning?
KI ist der Oberbegriff für Systeme, die Aufgaben lösen, für die man bisher menschliches Denken brauchte. Maschinelles Lernen ist die heute wichtigste Methode dafür: Das System lernt Muster aus Beispielen statt aus vorgegebenen Regeln. Fast alle aktuelle KI ist maschinelles Lernen.
Was heißt AGI?
AGI steht für Artificial General Intelligence, eine KI, die jede geistige Aufgabe mindestens so gut wie ein Mensch beherrscht. Sie existiert nicht, und eine einheitliche Definition fehlt. Der Begriff taucht vor allem in Ankündigungen von Herstellern auf.
Wie es weitergeht
Dieses Glossar wächst mit. Neue Begriffe kommen dazu, sobald sie in Nachrichten oder in meinen Kursen regelmäßig auftauchen. Wenn du die Begriffe nun in Aktion sehen willst, ist der Vergleich der KI-Assistenten der passende nächste Schritt. Dort siehst du, welches Werkzeug zu welcher Aufgabe passt. Und wenn dich interessiert, wo KI im Arbeitsalltag konkret hilft, lies weiter bei den Beispielen für KI im Berufsalltag.



